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04.08.2022 - Struwwelpeter im Landfunker

Struwwelpeter im Landfunker

Der Landfunker hat einen Beitrag über unser Projekt "Struwwelpeter" an der Eremitag produziert. Dieser kann in der Landfunker Mediathek angeschaut werden.

29.07.2022 - Der Struwwelpeter besucht den Humorpark an der Eremitage

Der Struwwelpeter besucht den Humorpark an der Eremitage

In den Adventswochen des Jahres 1844 suchte der Arzt Heinrich Hoffmann nach einem Bilderbuch als Weihnachtsgeschenk für seinen damals dreijährigen Sohn Carl. Doch statt kindgerechter Geschichten fand er nur „lange Erzählungen oder alberne Bildersammlungen, moralische Geschichten mit ermahnenden Vorschriften“, wie Hoffmann schrieb.

Er kam mit einem leeren Schreibheft zurück und beschloss, selbst ein Bilderbuch zu gestalten – es war die Geburtsstunde des Struwwelpeters, der heute weltweit gelesen wird, aber seinerzeit ein echter Skandal war: Denn alle anderen Bilderbücher haben immer nur eine Idealvorstellung vom braven Kind gezeigt.

Brave Kinder kommen bei Hoffmann allerdings nicht vor: Seine Protagonisten sind frech und eigensinnig. Denn er war Psychologe und davon überzeugt, dass es nichts nutzt, Kinder einfach nur aufzufordern, brav zu sein. Deshalb veranschaulichte er die Folgen von Ungehorsam auf drastischste Weise. Er wollte nicht sinnlos Angst machen, sondern nur vor den Gefahren des alltäglichen Lebens warnen.

Bis heute wird der Struwwelpeter gelesen. Für ein Kinderbuch, das manchen heute sogar als Beispiel „schwarzer Pädagogik“ dient, ist das bemerkenswert. Vielleicht hat der Struwwelpeter also doch etwas Zeitloses an sich?

Genau dieser Frage ging die PAROLE gemeinsam mit dem Humorpark an der Eremitage nach – am vergangenen Wochenende präsentierten wir eine moderne Lesart des Stuwwelpeters: Nicht als Sammlung von Schauergeschichten, sondern als Aufforderung zur Toleranz und Solidarität. In neun Bildern unter Regie von Achim Milbich und unter musikalischer Begleitung von Eva Mensch und Kinga Giemza besuchte der Struwwelpeter den Humorpark, kam angeflogen mit dem Schirm und bewahrte Daumenlutscher Konrad, Hans-guck-in-die-Luft oder das zündelnde Paulinchen in den insgesamt sechs Vorstellungen vor Unheil. 20 Mitwirkende allen Alters haben dabei den Struwwelpeter vor rund 250 Zuschauern zu einem Publikumsliebling werden lassen.

(David H.)

11.07.2022 - Theaterfahrt nach Schwäbisch Hall

Theaterfahrt nach Schwäbisch Hall

Die Große Treppe vor der evangelischen Kirche St. Michael in Schwäbisch Hall: 54 Stufen, eine Höhe von acht Metern und eine Breite von bis zu 48 Metern – an die vielleicht außergewöhnlichste Bühne der Welt ging die diesjährige Theaterfahrt der PAROLE. Mitten hinein in die Lebens- und Liebesgeschichte des verwegenen Degenfechter Cyrano de Bergerac, der gleichzeitig Namensgeber für das unter freiem Himmel aufgeführte Versdrama der Freilichtspiele Schwäbisch Hall war. Cyrano ist ein ehrlicher Kerl, tapfer und hoffnungslos romantisch. Er liebt Dichtung, Kunst und Theater und schafft es, all das blitzgeschwind in kunstvollen Reimen auszudrücken. Ein Charmeur also, wäre da nicht der riesige Zinken von Nase. So verunstaltet, glaubt er sich nie und nimmer liebenswert. Unsterblich ist er zudem in seine Cousine Roxane verliebt, für deren Glück er alles machen würde.

Doch die hat nur Augen für den schönen Christian, dem leider jegliche Dichtergabe versagt ist. Cyrano leiht ihm Reim und poetische Metaphern, schreibt für diesen, als beide in den Krieg gezwungen werden, zweimal täglich kunstvollste Liebesfeldpostbrief an Roxane. Als Christian im Feld tödlich verwundet wird, droht die Dreiecksbeziehung aufzufliegen …

Abseits dieser mal urkomischen, mal tieftraurigen Geschichte einer unerfüllten Liebe, geschrieben 1897 vom französischen Dichter Edmond Rostand, stand für die PAROLE bei der Theaterfahrt neben der Erkundung von Schwäbisch Hall, der Stadt, die einst fest in Hand der Salzsieder war, auch ein Besuch im Hohenloher Freilandmuseum auf dem Programm – eine Reise in die Vergangenheit. Bauernhöfe, Handwerkerhäuser, Mühlen, Kapelle, Schulhaus, Bahnhof, Gefängnis und vieles mehr wurden aus verschiedenen Orten der Region Hohenlohe dorthin umgesetzt. Ein eindrücklicher Besuch also in einer geschichtsträchtigen Stadt.

08.07.2022 - 3… 2… 1… Los!

3… 2… 1… Los!

Am 31. Juli tritt die Improvisationsgruppe REGIESTENT in Bad Schönborn auf. Weitere Informationen finden Sie beim Veranstalter.

06.07.2022 - Der Struwwelpeter

Der Struwwelpeter

Der Struwwelpeter ist in fast allen Sprachen zu lesen, auch ukrainisch und litauisch. Er gehört mit seinen Warngeschichten zur Weltliteratur.

So sollten etwa Kinder im 19. Jhd. vor den vielen Verbrennungen durch offene Küchenfeuer gewarnt und geschützt werden (Paulinchen). Mit den Haustieren sollten sie sorgsamer umgehen als der böse Friederich mit Vogel, Katz und Hund.

Wir wandeln „Warngeschichten“ in aktuelle Szenen unserer Zeit, in denen der HUMORPARK-PETER den Ton angibt.

Theater & Musik in sieben Bildern im Park der Eremitage Waghäusel: Am Samstag, den 23. Juli und Sonntag, den 24. Juli jeweils um 14, 16 und 18:00 Uhr an der Eremitage Waghäusel.

Struwwelpeter verwandelt im Humorpark“ ist eine Kooperation des Humorpark-Museums mit dem Amateurtheater PAROLE, der Musikschule Waghäusel-Hambrücken und der Bolandenschule.

(David H.)

18.06.2022 - Besser spontan als nie!

Besser spontan als nie!

Die Erfindung der Draisine, einen Mord in nur zehn Sekunden oder das vielleicht schrulligste Arztwartezimmer der Welt – das waren nur drei der Momente, die unsere Improvisationstheatergruppe REGIESTENT am vergangenen Wochenende auf die Bühne gebracht hat – ganz spontan, versteht sich.

Denn wie immer galt auch bei der Show im AWO-Haus Wiesental die altbekannte Impro-Devise: Jede Szene entsteht im Moment, nichts von dem, was auf der Bühne gezeigt wird, wurde so zuvor schon einmal gespielt. Dafür braucht es nicht nur die Spielerinnen und Spieler auf der Bühne, sondern – mindestens genauso wichtig – ein Publikum mit echter Lust am Unerwarteten.

Die Zuschauer in der historischen Zigarrenfabrik, die heute Sitz der AWO in Waghäusel ist, brachte genau die mit: Fleißig wurden Ideen für Charaktere und Beziehungen geliefert – und sogar die Mordwaffen für eine Verbrechens-Szene beigesteuert: Absatzsandalen und Zahnseide. Wie damit wohl ein Mord verübt werden könnte? Keine leichte Aufgabe für die fünf Spielerinnen und Spieler.

Stefanie Flügge, Sonja Gäng, Ralf Mahl, David Heger und Benedikt Freidel haben sich ihr trotzdem gestellt. Der urkomische Mord war erfolgreich, die kurzweilige Impro-Show ebenfalls.

Und so danken wir dem Publikum für den bunten Strauß an kreativen Ideen, den Helferinnen am Ausschank für die Bewirtung und dem AWO-Ortsverein für die Räumlichkeiten.

Der nächste Auftritt steht schon heute fest:

Am Sonntag, den 31. Juli, ist REGIESTENT zu Gast im Kurpark Bad Schönborn. Wie freuen uns, Sie und euch (wieder) zu sehen!

23.05.2022 - Am 11. Juni heißt es: 3… 2… 1… Los!

Am 11. Juni heißt es: 3… 2… 1… Los!

Ganz spontan geht es zu, wenn die Improvisationstheatergruppe REGIESTENT spielt. Wir präsentieren einen ganzen Abend im Zeichen des Chaos – denn bei uns ist jede Vorstellung neu: Alles ist möglich, nichts vorhersehbar. Dafür braucht es keine Kostüme, kein Bühnenbild und keinen Regisseur. Was es stattdessen braucht, ist ein Publikum mit Lust am Unerwarteten – denn hier haben es die Zuschauer in der Hand, was auf der Bühne passieren wird.

 

Mit unserer Impro-Show sind wir am 11. Juni um 19:30 Uhr zu Gast im AWO-Haus Wiesental (Schanzenstraße 17). Wir freuen uns! Der Eintritt ist frei, die Plätze jedoch begrenzt. Deshalb gilt: Den Termin schon heute vormerken!

23.04.2022 - Benedikt Freidel zum 1. Vorsitzenden gewählt

Benedikt Freidel zum 1. Vorsitzenden gewählt

Bildunterschrift: Die neu gewählte Vorstandschaft der PAROLE (Foto: David Heger)

„Außer Kontrolle“ war nicht nur der Titel des zurückliegenden PAROLE-Hauptstücks, sondern auch die Überschrift des ganzen vergangenen Jahres, begann Spielleiter Achim Milbich bei unserer diesjährigen Mitliederversammlung seinen Rückblick.

Obwohl die Pandemie den Spielbetrieb und das gesamte Vereinsleben ausgebremst hat, konnte mit dem Hauptstück zumindest an fünf Spieltagen eine im wahrsten Sinne schräge Komödie aufgeführt werden. „Das Ergebnis hat die anstrengenden Vorbereitungen zu Pandemiezeiten allemal wettgemacht“, resümierte die 1. Vorsitzende Lena Simon in ihrem Bericht vor der Mitgliederversammlung.

Das zurückliegende Jahr war auch eines des Abschieds: Der traditionelle Kappenabend am Faschingsfreitag fand dieses Jahr zum letzten Mal vor der Schließung im Wiesentaler Hof statt.

Mit der Teilnahme an der 725-Jahr-Feier zum Jubiläum unseres Stadtteils Wiesentals läuft für die PAROLE bereits das nächste Projekt an: Wie schon beim Festabend wird unser Verein die Interpretation der Gründungsszene auch bei der öffentlichen Geschichtswanderung am 18. September zeigen.

Auch eine Inszenierung an der Eremitage und ein Auftritt unserer Improvisationstheatergruppe REGIESTENT in Bad Schönborn stehen in den kommenden Monaten bevor. Über all diese Termine informieren wir hier im Mitteilungsblatt rechtzeitig.

Für den Herbst ist schließlich eine Neuauflage von „Außer Kontrolle“ geplant – dann hoffentlich unter Umständen, die weniger unkontrolliert als das Bühnengeschehen sind.

Turnusgemäß wurde auf unserer Jahreshauptversammlung der Vorstand neu gewählt. Der bisherigen ersten Vorsitzenden Lena Simon folgt Benedikt Freidel, der in den vergangenen beiden Jahren bereits zweiter Vorsitzender der PAROLE war. Auf seinen ehemaligen Posten wurde Ralf Mahl gewählt.

Im Amt bestätigt wurden Jörg Bottler als Schriftführer und Birgit Freidel als Kassiererin. Als Beisitzer gehören dem Vorstand Amelie Mahl, Lena Simon, Philipp Machauer und David Heger an.

(David H.)

20.03.2022 - „Wer wird sich daran in 100, 300 oder 725 Jahren noch erinnern?“

„Wer wird sich daran in 100, 300 oder 725 Jahren noch erinnern?“

Bildunterschrift: Matthias Schmitteckert, Ralf Mahl, Harald Sälzler und Herbert Mahl (vlnr) präsentierten vor 500 Zuschauern die Gründungsszene Wiesentals

Diese Frage stellt Friedrich von Bolanden in die Runde, als alle Formalitäten erledigt sind: Im Dom zu Speyer war die Gründung des Dorfs „Wiesenten“ irgendwo inmitten des dichten Lußhardtwalds besiegelt worden. Einige Bauernfamilien werden von nun an die neue Ansiedelung mit Leben füllen – und Fronden und Abgaben an das Fürstbistum leisten.


725 Jahre später ist all das nicht vergessen. Im Gegenteil: Bei der Geburtstagsfeier des Ortsteils Wiesental hat die PAROLE die historische Gründungszene neu interpretiert, auf die Fest-Bühne gebracht und so die Geschichte hinter der fürstbischöflichen Anordnung gezeigt. Die Aufführung ist zugleich ein Stück PAROLE-Historie: Bereits zur 700-Jahr-Feier zeigte die PAROLE auf der Bühne, wie aus einem einst unwirtlichen Waldgebiet Stück für Stück das Wiesental wuchs, das wir heute kennen.


Als PAROLE freuen wir uns deshalb ganz besonders mit dem Geburtstagskind Wiesental, dem wir als dort gegründeter Verein besonders verbunden sind. Doch nicht nur Wiesental feiert in diesem Jahr Jubiläum, auch die PAROLE hat Grund zur Freude: Seit inzwischen 40 Jahren ist unser Verein ein fester Bestandteil der örtlichen Theaterlandschaft – und in dieser Zeit weit über die Grenzen von Wiesental hinausgekommen.


Wir freuen uns darauf, das Jubiläumsjahr weiter begleiten zu dürfen – etwa mit einem Auftritt im Rahmen der Geschichtswanderung und weiteren Projekten, die wir schon bald ankündigen werden.

(David H.)

08.03.2022 - „Hier, genau da, ist der Ort, den wir uns erwählen“

„Hier, genau da, ist der Ort, den wir uns erwählen“

Bildunterschrift: Der Bischof von Bolanden überlegt: Wo wäre ein geeigneter Platz für das neue Dorf?

Es ist der 9. März 1297. Neben dem mächtigen Kurfürstentum Pfalz liegt das Bistum Speyer. Der jeweilige Bischof ist auch der weltliche Herr über Gebiete längs des Rheines, wo allerlei Raufbolde, Strolche und Räuber ihr Unwesen treiben. Um den Nutzen des Speyerer Domkapitels und der Kirche zu mehren, übergibt der Bischof Friedrich von Bolanden in einer Urkunde Land auf der rechten Seite des Rheines an Einsiedlerfamilien und einfache Bauern zur Besiedelung. Darin legt er auch die Fronden und Abgaben fest. Was hat er noch für Ideen?

Das zeigt die PAROLE am Festabend „725 Jahre Wiesental“, wo die Gründungsszene des Dorfs „Wiesenten“ inmitten des Lußhardtwalds neu interpretiert wird.

Die Aufführung ist zugleich ein Stück PAROLE-Geschichte: Bereits zur 700-Jahr-Feier zeigte die PAROLE auf der Bühne, wie aus dem einst unwirtlichen Waldgebiet Stück für Stück das Wiesental wuchs, das wir heute kennen.

Geschrieben von Werner Schmidthuber bleibt die Gründungszene nah an den historischen Tatsachen: So haben die Spielerinnen und Spieler auf der Bühne auch mit der deutschen Traditionsaussprache des Lateinischen zu tun, die sich vom klassischen Schullatein unterscheidet und sich heute nur noch in lateinischen Elementen der kirchlichen Liturgie findet: „Locum nostrum dictum Wiesenten“ – Unser Ort wird Wiesenten genannt